Wozu braucht man noch die gedruckte Tageszeitung, wenn Medien wie Bildschirm und Internet doch viel prompter reagieren können?

Es ist das Gefühl von raschelndem Papier in meinen Händen, es ist etwas, das man überall hin mit nehmen kann und nicht mit Energie versorgt werden oder an ein Mediennetz gebunden sein muss. Daher ist es bei mir die Schwäbische Zeitung. Dass sie als Tageszeitung hauptsächlich nur wegen des Lokalteils abonniert und gelesen wird, wird deutlich, wenn man im Weltteil dieselben seitenfüllenden Nachrichten samt Kommentaren immer und immer wieder nachgekaut bekommt. Natürlich gibt es auch in der weiten Welt Gemeinheiten, Lästereien oder Gewalt in verschiedenster Form, aber die nachgeplapperten Meldungen verstärken diese Art von Blödsinn nur noch. Also bleibt nur noch der Lokalteil, in dem es kaum Horror-, Prominenten- oder Terrorgeschichten zu erzählen gibt, ... der macht‘s … oder auch nicht.

So hat man in Bad Waldsee zum Beispiel ein Amtsblatt für die kommunale Berichterstattung. Das hat dazu geführt, dass auf der Lokalseite der SZ die meisten Meldungen der Stadt bis hin zur Bürgermeistersprechstunde nicht näher, oder aber ohne Nachdruck, vorgestellt und kommentiert werden. Vielleicht fehlt es auch am ortsverbundenen redaktionellen Insiderwissen. Bürgerwünsche, die keine An- sprechstelle finden, haben auch in Leserbriefen der SZ keinen Platz. Es herrscht das „große Schweigen“. Funktioniert denn in Bad Waldsee jede Bürgeraktion immer nur mit Hilfe eines direkten Fadens zu einem Gemeinderat? Und welche Aufgabe hat dabei eigentlich die sogenannte Stadtsprecherin in ihrer Funktion als „Stabstelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit“?